Rasseportrait
Rhodesian Ridgeback - ein Rasseportrait
Der Rhodesian Ridgeback ist die einzige aus dem südlichen Afrika stammende Hunderasse. Er ist ein Jagd- und Familienhund von außergewöhnlichem Format.
Ehemals zur Jagd auf Großkatzen gezüchtet, verrät noch heute sein Erscheinungsbild eine harmonische Kombination nicht alltäglicher Eigenschaften. Niemals wurde der Rhodesian Ridgeback zum Kampf mit dem Wild oder Großkatzen eingesetzt, er hatte diese nur aufzuspüren und seinem Jäger zu stellen. Auch darf seine jagdliche Eignung keinesfalls mit einem Hang zum Wildern gleichgesetzt werden.
Beim Rhodesian Ridgeback handelt es sich um einen 60 bis 70 cm großen hell- bis rotweizen gefärbten Hund mit kurzem, dichten und glänzenden Haarkleid. Sein Markenzeichen ist der "ridge", ein Haarkamm auf dem Rücken, dessen Haare entgegen der übrigen Fellrichtung nach vorne wachsen. Sein Wesen ist ruhig, reserviert gegenüber Fremden, jedoch ohne Anzeichen von Angriffslust oder Scheu. Auffallend am Rhodesian Ridgeback ist sein "siebter Sinn für Gefahr", der sich unter härtesten Selektionsbedingungenim afrikanischen Busch entwickelt hat. Dieser Instinkt bewirkt, daß sich "seine Familie", die ihn als Persönlichkeit respektieren sollte, auf ihn verlassen kann, wenn es darauf ankommt.
Der Rhodesian Ridgeback ist ein sehr liebesbedürftiger und ausgesprochen spätreifer Hund, der keinesfalls in einem Zwinger gehalten werden soll. Er benötigt die Bindung zu seiner Familie, ist von dieser leicht zu führen und sehr ergeben.
Rasseportrait DZRR Stand 26.3.1996
(aus "The Complete Rhodesian Ridgeback", Peter Nicholsen and Janet Parker)
Zuchtordnung des DZRR 18.11.1997
FCI-Standard NR. 146/02.04.1997/D Rhodesian Ridgeback
Übersetzung: Jochen H. Eberhardt, Dr. J.-M. Paschoud und Frau R. Binder
Ursprung: Südliches Afrika
Standardausgabe durch die Südafrikanische Kynologische Union und durch den Kennel Club von Zimbabwe Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes:10.12.1996
Verwendung
Vielerorts auf der Welt wird der Rhodesian Ridgeback noch als Jagdhund verwendet, er ist aber auch als Wachhund und als Familienhund sehr geschätzt.
Klassifikation FCI
Gruppe 6 Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
Sektion 3 Verwandte Rassen: Ohne Arbeitsprüfung
Kurzer geschichtlicher Abriss
Der Rhodesian Ridgeback ist heute die einzige im südlichen Afrika eingeborene Hunderasse. Die Vorfahren dieses Hundes stammen aus der südafrikanischen Kap-Kolonie, wo sie mit den Hunden der ersten Pioniere und mit den halbdomestizierten Ridgeback-Jagdhunden der Hottentotten gekreuzt wurden.
Diese Ridgeback – oder Löwenhunde jagten meistens in kleinen Gruppen zu zweit oder dritt: ihre ursprüngliche Aufgabe bestand darin, das Wild, ganz besonders den Löwen zu verfolgen und es mit grosser Wendigkeit bis zum Eintreffen des Jägers zu umstellen. Der erste Standard wurde in Anlehung an den Standard des Dalmatiners im Jahre 1922 durch F.R. Barners in Bulamayo, Rhodesien, verfasst. Er wurde von der südafrikanischen Knyologischen Union im Jahre 1926 genehmigt.
Allgemeines Erscheinungsbild
Der Rhodesian Ridgeback ist ein gut ausgewogener, kräftiger, muskulöser, flinker und aktiver Hund; er ist harmonisch in seiner Erscheinung und kann bei beträchtlicher Geschwindigkeit sehr ausdauernd sein; es werden hauptsächlich Behendigkiet, Eleganz und gesunde Konstitution ohne Anzeichen von Schwere erwünscht. Einzigartig bei dieser Rasse ist der Kamm auf dem Rücken (ridge), dessen Haare dem übrigen Körperhaar entgegengesetzt gerichtet wachsen; dieser "ridge" ist das wichtigste Erkennungsmerkmal der Rasse. Der "ridge" muss sauber abgegrenzt, symmetrisch und gegen die Hüfte spitz zulaufend sein. Er beginnt unmittelbar hinter den Schultern und setzt sich bis zu den Hüfthockern fort. Er weist nicht mehr als zwei gleichförmige Kronen (crowns) auf, die einander gegenüber angeordnet sind. Die hinteren Ränder der "crowns" dürfen ein Drittel derGesamtlänge des "ridge" nicht überschreiten.
Als Mittelwert für die Breite des "ridge" ist 5 cm (2 inches) ein guter Durchschnitt.
Verhalten und Charakter (Wesen)
Erhaben, intelligent, Fremden gegenüber zurückhaltend, jedoch ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheue.
Kopf
Oberkopf
Schädel
Von angemessener Länge (die Breite des Schädels zwischen den Behängen entspricht dem Abstand zwischen Hinterhauptstachel und Stop sowie demjenigen zwischen Stop und Nasenspitze). Der Schädel ist flach und zwischen den Behängen breit. In friedlicher Stimmung ist der Kopf frei von Runzeln.
Stop
Angemessen gut ausgeprägt, nicht in Form einer geraden Linie zwischen Nasenschwamm und Hinterhauptstachel.
Gesichtsschädel
Nasenschwamm
Schwarz oder braun. Bei dunkler Nase dunkle, bei brauner Nase bernsteinfarbene Augen.
Fang
Lang, tief und kräftig Lippen
Trocken und dicht am Kiefer anliegend.
Kiefer/Gebiss
Kräftige Kiefer mit einem perfekten und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Zähne, insbesondere die Fangzähne, gut ausgebildet.
Backen
Trocken.
Augen
Mäßig weit voneinander angeordnet, rund, klar und strahlend, mit intelligentem Ausdruck. Die Augenfarbe ist zur Farbe des Haarkleides passend.
Behang
Ziemlich hoch angesetzt, von mittlerer Größe, ziemlich breit am Ansatz, allmählich bis zu einer abgerundeten Spitze hin schmaler werdend. Dicht am Kopf anliegend getragen.
Hals
Ziemlich lang, stark und ohne lose Kehlhaut.
Körper
Rücken
Kraftvoll.
Lenden
Kräftig, muskulös, leicht gewölbt.
Brust
Brustkorb nicht zu breit, aber sehr tief und geräumig. Er reicht bis zu den Ellenbogen.
Vorbrust
Massig gewölbt, keinesfalls tonnenförmig.
Rute
Am Ansatz stark, sich zur Spitze hin verjüngend, niemals plump. Weder zu hoch noch zu tief angesetzt. Von mässiger Länge. Sie wird leicht aufwärts getragen, niemals eingerollt.
Gliedmassen
Vorderhand
Absolut gerade, starke, mit kräftigen Knochen ausgestattete Vorderläufe. Ellenbogen dicht am Körper anliegend. Von der Seite gesehen sind die Vorderläufe breiter als von vorne betrachtet. Vordermittelfuss stark und leicht schräg gestellt.
Schultern
Schräg trocken und gut bemuskelt. Schnelligkeit andeutend.
Pfoten
Kompakt und rund, mit gut gewölbten Zehen; Ballen widerstandsfähig und elastisch; die Pfoten sind durch Haarbewuchs zwischen den Zehen und Ballen geschützt.
Hinterhand
Trockene, klar abgezeichnete Muskulatur, Kniegelenk gut gewinkelt, Sprunggelenke kräftig und tief angesetzt.
Gangart/Bewegung
Parallel, frei und aktiv.
Haarkleid
Haar
Kurz und dicht, glatt und glänzend im Aussehen, weder wollig noch seidig.
Farbe
Hellweizenfarben bis rotweizenfarben. Wenig Weiss an der Brust und an den Zehen ist statthaft, jedoch sind viele weiße Haare an der Brust, Bauch und Zehen oder oberhalb der Zehen unerwünscht.
Dunkler Fang und Belang erlaubt. Allzu viele über das ganze Haarkleid verstreute schwarze Haare sind äußerst unerwünscht.
Grösse und Gewicht
Erwünschte Widerristhöhe
Für Rüden 63 bis 69 cm (25 bis 27 inches)
Für Hündinnen 61 bis 66 cm (24 bis 26 inches)
Erwünschtes Gewicht
Für Rüden 36,5 kg (80 ibs)
Für Hündinnen 32 kg (70 ibs)
Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. N.B.
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.